Psychotherapie: Wozu? - pallenberg.homepage.t-online.de

Unsere Praxis in Wunstorf Dipl-Psych. Petra Pallenberg Dipl.-Psych. Dr. Günter Ottersbach Psychotherapie: Wozu? Psychotherapie-verfahren

Psychotherapie:


             Warum und wozu?

Häufiger als angenommen geraten Menschen in schwierige Lebenssituationen, aus denen sie oftmals allein nur schwer wieder herausfinden. Oder sie erkennen, dass sie bestimmte Schwierigkeiten haben, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen:


Sie entwickeln Ängste, Konzentrations- oder Schlafstörungen, werden depressiv, leiden unter Kontaktstörungen und Einsamkeit, haben sexuelle Störungen, zweifeln an ihrem Selbstwert, leiden unter Essstörungen oder psychosomatischen Beschwerden oder Schmerzzuständen. Oder sie spüren, dass sie mit ihrem Partner, ihrer Familie oder im Berufsleben nicht mehr zurechtkommen.


In all diesen oder ähnlichen Fällen ist es für die Betroffenen sinnvoll, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier bekommen sie die Chance, offen über sich und die eigene Situation nachzudenken, eigene Hemmnisse zu erkennen und zu überwinden, Neues auszuprobieren und Lösungswege aus den eigenen Problemen bzw. der Lebenskrise zu entwickeln.


Wenn Sie solche oder ähnliche Symptome bei sich selbst zunehmend häufiger beobachten, könnte es sein, dass psychotherapeutische Hilfe für Sie eine wertvolle Hilfe darstellen könnte. Sprechen Sie darüber beispielsweise mit Ihrem Hausarzt oder führen ein einmaliges, unverbindliches Beratungsgespräch mit einem Psychotherapeuten.


Übrigens: In den oben beschriebenen Fällen übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten einer psychotherapeutischen Behandlung.

Wie finden Sie einen Therapieplatz bei einem qualifizierten Psychotherapeuten?


Psychotherapie bieten verschiedene Berufsgruppen an, die sich entsprechend weitergebildet haben:


1. Psychologische Psychotherapeuten: Diplom-Psychologen, bzw. Psychologen mit einem Abschluss als Bachelor/Master in Psychologie, die nach dem Abschluß ihres Universitätsstudiums in Psychologie eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolviert haben. Nach dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes umfasst diese Fortbildung ein mindestens dreijähriges postgraduales Studium.
Diese erhalten eine "Approbation als Psychologische Psychotherapeuten".


2. Ärztliche Psychotherapeuten: Ärzte, die nach dem Medizinstudium ebenfalls eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolviert haben. Diese erhalten eine Approbation als Arzt mit den Zusatztitel "Psychotherapie" oder lassen sich als "Facharzt für psychotherapeutische Medizin" weiterbilden.


3. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten: Sie stammen überwiegend aus verschiedenen pädagogischen Berufsgruppen, die nach Abschluß eines akademischen Studiums eine spezielle Zusatzausbildung für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen absolviert haben. Diese erhalten eine "Approbation als Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapeuten".


4. Andere Personen, die eine spezielle Zusatzausbildung gemacht haben und eine Zulassung als Heilpraktiker erworben haben, um psychotherapeutisch tätig sein zu dürfen.


Qualitätsstandards, Ausbildung und Praxisniederlassung für die ersten drei Gruppen sind in Deutschland seit dem 1. Januar 1999 gesetzlich durch das Psychotherapeutengesetz (PTG) geregelt. In diesen drei Gruppen haben Sie die Möglichkeit, eine notwendige Psychotherapie durch Ihre Krankenkasse finanziert zu bekommen.
In der vierten Gruppen finden sie eine bunte Mischung an Therapeuten von möglicherweise qualitativ gut ausgebildeten Personen bis hin zu den in der Presse gelegentlich angeprangerten "Scharlatanen". Seit dem 1. Januar 1999 ist nur der Begriff "Psychotherapeut" geschützt, nicht aber der Begriff "Psychotherapie" oder "Psychologischer Berater". Ein Crash-Kurs an einer Heilpraktiker-Schule dürfte somit beispielsweise in der Regel keine ausreichende therapeutische Qualifikation bedeuten! Fragen Sie also nach, in welchen Verfahren sich der entsprechende Therapeut nicht nur fortgebildet hat, sondern v.a. in welchem Verfahren und an welchem Institut er eine mehrjährige Therapieausbildung abgeschlossen hat. Nur so können Sie sicher sein, dass es sich bei Ihrem Therapeuten um keinen selbsternannten "Heiler" handelt, sondern um jemand, der zumindest über Jahre berufsbegleitend ausgebildet und supervidiert wurde.


Aber auch die Psychotherapie bei einem anerkannten und qualifizierten Therapeuten der ersten drei Gruppen kann für Sie persönlich nicht die beste Wahl gewesen sein.


Deshalb ein paar weitere Kriterien aus meiner Sicht für


die Auswahl eines geeigneten Psychotherapeuten:


Vor der eigentlichen Therapie sollte die Möglichkeit bestehen, sogenannte "probatorische" Sitzungen in Anspruch zu nehmen. In dieser Zeit haben Sie die Chance, die Arbeitsweise des Therapeuten kennenzulernen: Wie engagiert, interessiert an Ihnen, wie offen und kompetent wirkt die/der Therapeut/in dabei auf Sie. Vertrauen Sie da ruhig auf Ihren eigenen Eindruck: Sie persönlich sollen schließlich mit ihr/ihm zurechtkommen.


Fühlen Sie sich gut aufgehoben bei ihr/ihm? Wie ansprechend und einladend wirkt die Umgebung auf Sie? Haben Sie nach dem Vorgespräch die ausdrückliche Möglichkeit, sich alles noch einmal in Ruhe zu überlegen und auch "nein" sagen zu können?
Auch sollte bald geklärt werden, wie die Therapie beendet werden kann. Hierzu ist ein (mündlicher oder schriftlicher) Therapievertrag sehr hilfreich.


Wichtig ist außerdem Ihr Gefühl, dass Sie nicht entgegen Ihren eigenen Wünschen zu einer Therapie "überredet" werden. Diese Gefahr besteht bei manchen weniger qualifizierten Therapeuten, die ausschließlich privat abrechnen, weil sie beispielsweise keine Zulassung haben - oder aber bei Psychotherapeuten, welche eine hohe Abbrecherquote haben, weil sie wenig in der Lage sind, angemessen auf ihre Patienten und deren Bedürfnisse einzugehen. Wenn Sie sich gleich zu Beginn massiv unter Druck gesetzt fühlen, beispielsweise einen Therapievertrag zu unterschreiben - dann könnten Sie bei jemandem gelandet sein, der nicht aufgrund seiner Kompetenzen oder Qualifikation überzeugt! Dagegen sind (leider) längere Wartezeiten bei einem Therapeuten, Empfehlungen von Bekannten oder kooperierenden Ärzten ein zumeist gutes Kriterium für eine erfolgversprechende Wahl.